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Wie man eine individuelle und nachhaltige SEO-Erfolgsstrategie entwickelt, anstatt planlos Rankingfaktoren und Growth Hacks hinterherzulaufen.

Rankingfaktoren entzaubert: Warum SEO (eigentlich) kein Hexenwerk ist

Lesezeit: 15 Minuten, die sich lohnen

Kurzfristige SEO-Erfolgstaktiken und die Entschlüsselung der Rankingfaktoren des Google-Algorithmus füllen abertausende von Beiträgen im Internet. Dabei wird aber häufig der Kern der Sache außer Acht gelassen: Den Nutzer, abhängig von dessen Suchanfrage und -intention am besten zufriedenzustellen und sich von der Masse abzuheben. Was leicht gesagt ist, lässt sich dennoch so schwierig umsetzen. Nicht umsonst erhält 90 % des Contents im Internet keinen einzigen Klick über Google. Warum SEO dennoch kein Hexenwerk ist und wie man sich seine eigene, individuelle und nachhaltige Erfolgsstrategie erarbeiten kann, verrät dieser Beitrag.

„SEO? – Ist mir zu technisch!“ ist eine Aussage, die man häufiger zu hören bekommt, wenn man in seinem Umfeld nach Erfahrungen mit der Suchmaschinenoptimierung fragt. Viele Laien tun sich grundsätzlich schwer mit dieser Thematik. Das mag vielleicht damit zusammenhängen, dass man bei einer Recherche oder einem Gespräch zum Thema SEO sehr früh mit der Intransparenz der über 200 Rankingfaktoren konfrontiert wird, die Google bei der Ausspielung der Suchergebnisse heranzieht. Um die Entschlüsselung dieser Rankingfaktoren hat sich inzwischen ein ganzes Ökosystem entwickelt. Google selbst macht aus diesen Faktoren und ihrer Wichtigkeit selbstverständlich ein großes Geheimnis. Jedwede Aussage, welche von Google-Mitarbeitern wie John Müller oder Matt Cutts rund um die Ranking-Faktoren gemacht wird, sei sie noch so vage, wird sofort von der SEO-Community gehyped.

Ein regelmäßiges Hype-Thema sind auch die sogenannten „SEO-Taktiken“, „SEO-Tricks“, „Kochrezepte“ oder „Growth Hacks“. Beiträge mit solchen Titeln wie „Wie wir mit einer einzigen Maßnahme unsere Reichweite um 300 % steigern konnten.“ suggerieren dem Leser, dass sich mit wenig Aufwand viel erreichen ließe. Solche Beiträge werden entsprechend häufig geteilt. SEOs aus aller Welt sind stets auf der Suche nach der besten Taktik, den besten Tricks – nach einem Patentrezept für die Top-Platzierung auf Seite 1. Fest steht jedoch: DAS Patentrezept für den SEO-Erfolg gibt es nicht. Grundsätzlich ist jedoch jeder in der Lage, für seine individuelle Branche, für sein individuelles Produkt- oder Dienstleistungsangebot, für seine Zielgruppe und deren Informations- oder Kaufbedürfnisse ein eigenes Patentrezept – die individuelle SEO-Strategie – zu entwickeln.

Pflicht und Kür bei der Bewertung durch die Suchmaschine

Der plakative Titel dieses Beitrags und die provokante Einleitung sollten dabei auf keinen Fall missverstanden werden. Natürlich geht es bei der Suchmaschinenoptimierung auch und insbesondere darum, zunächst einmal seine grundlegenden Hausaufgaben zu machen. Dabei spielen die bereits entschlüsselten Rankingfaktoren oder „Erfolgsfaktoren“ selbstverständlich eine wichtige Rolle (Erfolgsfaktoren im Sinne von Faktoren, deren direkter Einfluss auf das Ranking sich zwar nicht nachweisen lässt oder von Google dementiert wurde – deren indirekte Wirkung auf das Ranking aber nicht von der Hand zu weisen ist). Würde es bei der SEO eine Bewertung für Pflicht und Kür geben, so wären die folgenden Faktoren, die wir ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne Rangordnung aufführen möchten, die Pflicht.

Der Pflichtteil für eine gute Auffindbarkeit und grundsätzlich zufriedene Nutzer

Welche Hausaufgaben sollten grundsätzlich erledigt werden?

  • die technische Durchsuchbarkeit und Erreichbarkeit der Website und relevanten URLs für den Google-Bot (Crawlbarkeit)
  • das Vorhandensein des Fokus-Keywords und ggf. thematisch verwandter Keywords im Content (Überschriften, Text, Medien) der einzelnen Seite, ohne jedoch „Keyword-Spamming zu betreiben“
  • ein einzigartiger, ansprechender und überzeugender Titel für jede URL bzw. Zielseite, welcher das Fokus-Keyword beinhaltet und am besten schon die Suchintention des Nutzers aufgreift (auf die Themen Keyword-Recherche und Suchintention werden wir weiter unten ausführlicher eingehen)
  • eine einzigartige, ansprechende und überzeugende Meta Description für jede URL bzw. Zielseite, welche die Vorteile des jeweiligen Produktes oder der Dienstleistung hervorhebt (USP – Unique Selling Proposition – zu Deutsch: Alleinstellungsmerkmal), ggf. das Fokus-Keyword sowie weitere thematisch verwandte Keywords beinhaltet und den Nutzer zum Klicken anregt
  • die Bedienfreundlichkeit der Website im Allgemeinen (Usability) und im Speziellen auf mobilen Endgeräten (mobile friendliness)
  • eine gute Strukturierung der Website insgesamt (flache Hierarchien in der Navigation, sog. „Deeplinks“ von der Homepage zu den wichtigsten Seiten)
  • eine gute Strukturierung der einzelnen Seite (H1, …, H6 Überschriften, sinnvolle interne und externe Links, sinnvoll gewählte Absatzlängen, keine aggressive Werbung, …)
  • die Schnelligkeit des Seitenaufbaus (Page Speed)
  • Sicherheit (https:// Aufruf bzw. SSL-Verschlüsselung)
  • Relevante Verlinkungen (Empfehlungen bzw. Backlinks) der eigenen Website von externen Seiten, die von Google als kompetent und vertrauenswürdig angesehen werden

Zu den Rankingfaktoren von Google gibt es zahlreiche Artikel und Guides im Netz. Beispielhaft hervorheben möchten wir an dieser Stelle die in Videos festgehaltene Diskussionsrunde verschiedener SEO-Experten, zu finden bei SISTRIX, sowie den englischsprachigen Guide „SEO Success Factors“ von Cyrus Shepard. Beide sind sehr sehens- bzw. lesenswert. Spoiler: Natürlich wird auch hier jeweils darauf eingegangen, dass ein starres festhalten an Rankingfaktoren und ein Abarbeiten von Checklisten nach Schema F heutzutage nicht mehr erfolgsversprechend ist. Neueste Studien, beispielsweise von Searchmetrics, belegen, dass es keine pauschal zu nennenden Rankingfaktoren mehr gibt, sondern sich diese je nach Branche und individueller Suchanfrage fortwährend ändern. Auch Cyrus Shepard nennt an erster und vierter Stelle seiner erfolgskritischen Ranking-Faktoren „Content, welcher exakt auf die Suchanfrage abzielt und den Nutzer abhängig von dessen Suchintention bestmöglich zufriedenstellt“.

Die Kür für eine Top-Positionierung, begeisterte Nutzer und Weiterempfehlungen

Was passiert also, wenn im jeweiligen Branchenumfeld und zum jeweiligen Keyword jeder, auch die Wettbewerber, seine Hausaufgaben gemacht und die „Pflicht“ erfüllt hat? Wen soll Google dann in den Suchergebnissen ganz oben ausspielen? Worin besteht die „Kür“? Die Antwort ist so simpel und doch so schwierig umzusetzen. Das Rennen um Platz 1 gewinnt die Seite, welche die Suchanfrage des Nutzers je nach dessen Suchintention am besten befriedigt und den Nutzer zufriedenstellt, ohne dass dieser weiter [nach einer Antwort / einem Produkt / einer Dienstleistung] suchen muss. Dabei gilt es zusätzlich, einzigartig zu sein und sich von der Masse abzuheben.

Suchmaschinenoptimierung heute – mehr als nur Rankingfaktoren

Google möchte selbstverständlich, dass der Nutzer zu seiner Suchanfrage schnellstmöglich die besten Ergebnisse bekommt, ohne dass er seine Suche verfeinern muss oder feststellen muss, dass die auf den ersten Positionen gerankten Seiten sein Suchbedürfnis gar nicht befriedigen. Und der Google-Algorithmus ist dank Künstlicher Intelligenz bzw. Maschinellem Lernen inzwischen sehr gut darin geworden, die Suchintention hinter einer Suchanfrage zu entschlüsseln. Da er auch den Kontext der jeweiligen Seite inzwischen sehr gut herausarbeiten kann, ist es für den Algorithmus ein leichtes, herauszufinden, welche Seiten als Ergebnis am besten geeignet sind und dem Nutzer die größtmöglichen Mehrwerte bieten. Anders als früher optimiert man seine Seiten nicht mehr für die Suchmaschine, sondern für den Nutzer und wird mit einem Top-Ranking belohnt.

Wir optimieren eine Seite nicht für die Suchmaschine, sondern für den Nutzer, dessen Suchanfrage, -intention und Bedürfnisse. Ein Top-Ranking ist die Belohnung für die beste Seite mit den besten Mehrwerten für den Nutzer. #SEO Jetzt weitersagen

Harte Arbeit, die sich gleich doppelt auszahlt

Daraus folgen gleich mehrere Aufgaben:

  • Ich muss meine Zielgruppe genau kennen
  • Ich muss wissen, mit welchen Suchbegriffen meine Zielgruppe nach meinen Produkten oder Dienstleistungen – oder nach Informationen rund um mein Angebot – sucht
  • Ich muss die Suchintention des Nutzers je nach Suchbegriff identifizieren und deuten können
  • Ich muss den Nutzern für den jeweiligen Suchbegriff, abhängig von der Suchintention, die beste Seite mit dem besten und größtmöglichen Informationsgehalt bzw. den besten Produkten und Dienstleistungen anbieten, welche die meisten Mehrwerte für die Nutzer schafft
  • Meine Inhalte müssen einzigartig sein und sich von der Masse abheben

Leider werden diese Faktoren, welche ausschlaggebend für eine erfolgreiche SEO-Strategie sind, im Vergleich zu den harten und messbaren Faktoren wie Backlinks und CTR, in der Literatur und in der Praxis viel zu häufig vernachlässigt. Wenn man das dazu notwendige Wissen jedoch richtig in die Praxis umzusetzen weiß, zahlt der einzigartige und den Nutzer begeisternde Content gleichzeitig auch auf die primären KPIs (Kennzahlen) der SEO-Strategie ein (höhere CTR, geringere Absprungraten, höhere Verweildauern, mehr Backlinks). Es lohnt sich also doppelt.

Selbstverständlich ist es nicht einfach, diese Anforderungen an hochwertigen Content zu erfüllen. Es ist notwendig, sich im eigenen Unternehmen zunächst einmal zusammenzusetzen, die Zielgruppe(n) zu definieren, sich noch einmal das eigene Angebot und die USPs vor Augen zu führen, ggf. einen neuen Blick auf die Keywords zu werfen und die dahinter liegende Suchintention genau zu deuten. Die Ergebnisse dieser Recherchearbeit sollten schriftlich festgehalten werden. Anschließend kommt die Mammutaufgabe: den eigenen Content dahingehend zu überarbeiten. Einige wichtige theoretische Grundlagen und Tipps zu diesen Aufgaben möchten wir Ihnen im Folgenden mitgeben.

Die Erfolgsfaktoren nachhaltiger #SEO: 1. Eigenes Angebot und USP kennen 2. Zielgruppe kennen 3. Suchbegriffe der Zielgruppe identifizieren 4. Suchintention verstehen 5. besten Content + größte Mehrwerte abhängig von Punkt 1-4 bieten Jetzt weitersagen

Die zu starke Fokussierung auf Pflichtaufgaben und Vernachlässigung der Kür ist der Grund, warum 90 % des Contents keine Klicks über Google erhält.

Den eigenen USP kennen und die Zielgruppe definieren

Bevor es an die Definition der Zielgruppe geht, sollte man sich zunächst noch einmal das eigene Unternehmen, das eigene Angebot und die eigenen Vorteile (USPs) vor Augen führen. Denn mit diesen Informationen im Hinterkopf gestaltet es sich deutlich leichter, Überlegungen dazu anzustellen, warum die jeweilige Zielgruppe gerade für das eigene Unternehmen in Frage oder aber auch nicht in Frage kommt. Wenn ich als italienisches Restaurant die beste Pasta in der Stadt serviere, aber nur eine durchschnittliche Pizza, sollte ich darüber nachdenken, ob ich generell Liebhaber italienischen Essens als Zielgruppe definiere oder doch eher Pasta-Liebhaber.

Aber mit dieser Kategorisierung ist es nicht getan – auch demographische sowie sozioökonomische Merkmale (typischerweise Geschlecht, Alter, Region, Bildung, …) sollten Berücksichtigung finden. Der Kern der Überlegungen insbesondere im Hinblick auf die SEO-Strategie sollte aber darin liegen, zu erörtern, mit welchen Problemen sich die Zielgruppe üblicherweise konfrontiert sieht und wie mein Unternehmen bzw. mein Angebot zu einer Lösung beitragen kann. Auch hier hilft es enorm weiter, sich vorher entsprechende Gedanken zu den eigenen Stärken gemacht zu haben. Die Frage, auf welchen Kanälen man die Zielgruppe üblicherweise antrifft und wie sich die Zielgruppe über mögliche Lösungen für ihre Herausforderungen informiert, spielt ebenfalls eine große Rolle. Ist meine Zielgruppe nicht internetaffin, werden die größten SEO-Bemühungen keine Früchte tragen.

Nachdem man sich Gedanken über eine abstrakte Gruppe von Personen gemacht hat, beschreibt man üblicherweise anhand der Zielgruppendefinitionen eine konkrete (fiktive) Person mit Ihren individuellen Interessen und Merkmalen und erstellt ein entsprechendes Profil. Man spricht hierbei von einer Persona. Auch dieses Profil wird bei den folgenden weiteren Überlegungen zur SEO-Strategie weiterhelfen.

Bei diesen Ausführungen zum Thema Zielgruppendefinition möchte ich es zunächst einmal belassen. Eine ausführliche und gut geschriebene Anleitung zu diesem Thema, welche ich an dieser Stelle weiterempfehlen möchte, hat Marc Ostermann von Zielbar verfasst.

Ist dieser erste große Schritt getan, werde ich bei den weiteren Aufgaben die Keywords nicht an meiner Zielgruppe vorbei recherchieren, die Suchintention dahinter besser verstehen und perfekten Content entwickeln können, der echte Mehrwerte für meine Zielgruppe liefert.

Wichtige und häufig vernachlässigte Faktoren bei der Entwicklung einer nachhaltigen #SEO-Erfolgsstrategie: Das eigene Angebot und die Alleinstellungsmerkmale genau zu kennen und die Zielgruppe möglichst umfassend beschreiben zu können. Jetzt weitersagen

Die Keyword-Recherche richtig angehen

Ein umfassender Guide zur Keyword-Recherche kann einige Seiten füllen. Ich möchte hier nicht umfassend beschreiben, wie eine Keyword-Recherche durchgeführt wird, sondern einige wichtige strategische Grundlagen vermitteln.

Besonders wichtig ist es, sich stets in die Zielgruppe hineinzuversetzen. Als derjenige, der seine eigenen Produkte bzw. Leistungen bereits gut kennt, hat man in gewisser Weise Scheuklappen aufgesetzt. Die Zielgruppe, deren Probleme und Herangehensweise zur Lösung der Probleme (mittels Internetrecherche) sollten stets im Vordergrund stehen.

Die Aufgabe der Keyword-Recherche ist es, herauszufinden, mit welchen Suchanfragen die Suchenden versuchen, ihr Informationsproblem zu lösen. An die identifizierten Keywords gilt es dann, einige Grundanforderungen zu stellen.

  • Ich kann Inhalte bieten, welche das Thema inhaltlich abdecken und das Keyword ist nicht zu weit gefasst (oder, falls doch, muss ich über „holistischen Content“ nachdenken) – zu diesem Punkt später noch mehr (Content-Bezug / Relevanz)
  • Das Keyword wird ausreichend häufig verwendet, um mir einen Anreiz zu bieten, meine Seite auf dieses Keyword zu optimieren (Quantität)
  • Ich habe eine realistische und wirtschaftlich vertretbare Chance, meine Mitbewerber zu dem jeweiligen Keyword zu übertrumpfen oder zumindest mit ihnen mitzuhalten (Wirtschaftlichkeit)

Damit einher geht auch die Frage, ob man sich eher auf die generischen, hart umkämpften Keywords mit hohen Suchvolumina („Whisky“) oder eher auf Nischen-Keywords („Single Malt Whisky rauchig 12 Jahre online kaufen“) stürzen sollte, die vielleicht immer noch ein gutes Volumen bieten und nicht so hart umkämpft sind. Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Man sollte sich jedoch immer vor Augen führen, dass man sich von einem guten Ranking zu sehr generischen Keywords nicht unbedingt viele Conversions erwarten sollte – denn nicht immer ist die Suchintention hinter der Anfrage klar (siehe unten). Gleichzeitig erfordert eine Fokussierung auf Nischen-Keywords (Longtail) viele unterschiedliche Seiten. Am Ende hängt es von den individuellen Gegebenheiten ab (dabei die o.g. drei Grundanforderungen beachten) und wie so häufig gilt: die Mischung macht’s.

Wenn Sie sich für ein wahrscheinlich aus mehreren Wörtern bestehendes Nischen-Keyword entschieden haben, ist die Content-Strategie klar: Sie werden den Content gezielt auf diese Wörterkette optimieren. Ist Ihre Strategie jedoch auf ein eher aus 1-2 Wörtern bestehendes, generisches Keyword ausgelegt, ist es nun noch sinnvoll, sich maximal eine Hand voll thematisch verwandte Keywords zu diesem Fokus-Keyword zu überlegen, die man ggf. noch bei der Content-Strategie mit einfließen lassen kann. Bei einem Fokus-Keyword wie „Whisky“ könnten das „Scotch Whisky“ oder „Single Malt Whisky“ sein. Jedoch wird auf Grund der schier unendlichen Masse an Content, den es heutzutage im Web gibt, immer mehr dazu geraten, eine Seite nur auf ein einzelnes Keyword zu optimieren.

Die Suchintention hinter der Suchanfrage verstehen

Nach der Keyword-Recherche sollte man sich für die jeweiligen Keywords noch einmal überlegen, welche Intention hinter der jeweiligen Suchanfrage liegen könnte, wenn man dies nicht ohnehin schon im Rahmen des Brainstormings für die Keywords gemacht hat.

Klassischerweise lässt sich unterscheiden zwischen einer Kauf-/ Beauftragungs-/ Buchungsintention, welche am unteren Ende des Konversionstrichters angesiedelt ist sowie einem Informationsbedürfnis, welches entweder weiter oben im Konversionstrichter, aber auch im After Sales Bereich angesiedelt sein kann oder möglicherweise gar keinen Berührungspunkt zur Customer Journey hat.

Jemand, der nach „5.1 Anlage einrichten“ sucht, kommt vermutlich nicht mehr als potenzieller Käufer in Frage, sondern ist vielleicht auf der Suche nach den besten Tipps, um aus seiner neuen HiFi-Anlage das bestmögliche herauszuholen. Dennoch kann es an dieser Stelle als Online-Shop für HiFi-Anlagen nicht schaden, einen umfangreichen Leitfaden mit den besten Tipps und Tricks zur Einrichtung einer 5.1 Anlage zu verfassen und ihn auf der Kategorie-Seite zu verlinken. So hole ich nicht nur meine eigenen Kunden ab und gebe ihnen echte Mehrwerte an die Hand, sondern erhalte über den mit dem Content verbundenen organischen Traffic auch potenziell neue Verlinkungen und Empfehlungen, die wiederum zu neuen Käufern führen können.

Im Optimalfall habe ich aber auch Keywords identifizieren können, die im Konversionstrichter vor der Kaufentscheidung anzusiedeln sind. Selbst wenn sich aus diesen ein reines Informationsbedürfnis ableiten lässt, sollte ich nicht davor zurückschrecken, entsprechende Blogposts, Tutorials, Info-Seiten o.ä. zu erstellen und zu veröffentlichen – doch mit welchen Inhalten? Ein paar Tipps dazu kommen noch im folgenden Kapitel.

Schwierig sind solche Keywords, bei denen die Absicht hinter der Suche nicht eindeutig identifiziert werden kann, weil sie unter Umständen zu allgemein gefasst sind. Je nach Größe meiner Branche und dem mit dem Keyword verbundenen Suchvolumen sollte ich diese Keywords ggf. sogar ganz verwerfen, weil der Wettbewerb einfach zu groß ist und die Konversionsrate auf Grund der Generalisierung zu gering.

In manchen Branchen und weniger hart umkämpften Nischen ist die Chance auf eine Top 3 Platzierung aber noch recht groß, so dass es sich lohnt, sich Gedanken zu machen, wie man trotz der weit gefassten Suchanfrage ohne klare Intention dem Nutzer ein befriedigendes Ergebnis bieten kann, welches eben mit der Top-Platzierung belohnt wird. Hier empfiehlt es sich, gerade als Online-Shop, die Kategorie-Seite dafür auszunutzen, sowohl seine Produkte zu präsentieren (Kaufbedürfnis), als auch erstklassigen Content mit umfassenden Informationen rund um das Keyword und das Produktangebot zu platzieren.

Erstklassigen und einzigartigen Content anbieten

Habe ich die Suchintention hinter dem jeweiligen Suchbegriff verstanden und verinnerlicht, wird es mir nun gelingen, meinen Content nicht nur auf das Keyword, sondern auch auf die Intention des Nutzers auszurichten und ihn bestmöglich zufriedenzustellen.

Content für transaktionale Suchen

Konnte ich eine Kaufabsicht identifizieren, kommen als Zielseiten entweder eine Kategorie- oder eine Produktseite in Frage. Dort sollte im oberen Bereich eine ansprechende Produktpräsentation zu finden sein und es sollten kurz und knapp die Alleinstellungsmerkmale (USPs) des Produkts und des Shops / Unternehmens aufgeführt werden. Weiter unten kann ich weiterführende Informationen zum Produkt anbieten, die Vorteile ausführlicher hervorheben und vielleicht häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Produkt beantworten oder weitergehende Tipps zur Nutzung geben. Dieser untere Bereich sollte umso mehr in den Hintergrund rücken, je näher die Suchanfrage dem unteren Ende des Konversionstrichters zuzuordnen ist. Jemand, der nach „Hotel buchen München“ sucht, möchte nicht mehr lesen, wie toll München ist, sondern schnell ein gutes Hotel in München finden, wissen, was es bietet und wie viel es kostet und in den Buchungsprozess einsteigen.

Informativer Content

Ist das Keyword eher einem Informationsbedürfnis zuzuordnen, kommt eher das klassische Blogformat in Form einer Anleitung (How-To, Tutorial, …), einer Checkliste, einem Vergleich, Test / Review usw. in Frage. Durch den Bezug zu seiner eigenen Branche und seinem Angebot sollte man sich ja gut auskennen und daher in der Lage sein, dem potenziellen Kunden die besten Tipps und Mehrwerte mit an die Hand zu geben. Da man sich im Vorfeld mit sich selbst und der Zielgruppe, ihren Problemen und Fragen sowie der Suchintention befasst hat, sollte es nun deutlich leichter fallen, entsprechende Inhalte zu schreiben. Auch andere Medienformate wie Videos oder Podcasts kommen an dieser Stelle natürlich in Frage, sollten aber wegen der SEO eher als Ergänzung gesehen werden. Werbung sollte hier eher unauffällig platziert werden, da der Kunde an dieser Stelle seines Entscheidungsprozesses in der Regel noch nicht damit konfrontiert werden möchte. Es bieten sich andere Möglichkeiten der Leadgenerierung wie zum Beispiel ein Formular für die Newsletter-Anmeldung an.

Content für Keywords ohne klare Intention und holistischer Content

Wie schon erwähnt, wird es schwieriger, wenn die Intention unklar ist, weil der Suchbegriff sehr allgemein gefasst ist. Häufig kommt hier als Zielseite für Online-Shops die Kategorie-Seite sehr gut in Frage. Neben der Möglichkeit, mein Produktangebot zu präsentieren und wie bei der identifizierten Kaufabsicht auf die (hier allgemeiner gehalten) USPs einzugehen, sollte ich hier noch mehr darüber nachdenken, welche Fragen sich dem potenziellen Kunden im Hinblick auf mein Produktangebot stellen könnten. Neben Anleitungen kommen hier daher auch sehr gut FAQs in Frage. Wem es schwer fällt, die richtigen Inhalte zu finden, der sollte sich immer vor Augen führen: Ich verkaufe nicht meine Produkte, sondern eine Lösung für den Kunden, das, was er daraus macht. Gerade bei eher technischen Produkten, die vermeintlich überhaupt nicht emotional sind, kann das helfen. Hier kann man sich einiges aus der klassischen TV-Werbung abschauen: Ich verkaufe keine Akkuschrauber, sondern helfe dem Kunden, sein Projekt zu realisieren.

Content, der alle Fragen, die sich einem Suchenden zu einem Thema stellen könnten, umfassend und abschließend beantwortet, nennt man auch holistischen Content. Ein hervorragendes Beispiel für eine Kategorie-Seite findet man, wenn man (Stand August 2018) bei Google auf Englisch nach TV-Regalen, also „TV stand“ sucht. Man landet hier bei wayfair.com. Nach den Unterkategorien und Bestsellern folgt zunächst eine ansprechende, allgemeine Beschreibung, was TV-Regale sind und was man mit Ihnen machen kann. Und dann folgen einige Einrichtungsbeispiele von bekannten Bloggerinnen, präsentiert als Bild und kurzer Text. Diese Bloggerinnen werden dann auch noch interviewt, warum sie sich genau für diese und jene Form eines TV-Regals entschieden haben und welche Tipps sie anderen (also den potenziellen Kunden) geben können. Besser kann man ein an und für sich trockenes Thema wie „TV-Regale“ kaum verkaufen!

Was tun bei Ideenlosigkeit?

Habe ich so gar keine Idee, welche Absicht hinter der Suchanfrage stecken könnte bzw. wie ich diese zu interpretieren habe und welchen Content ich anbieten soll, so sollte ich auf eine klassische Methode zurückgreifen: Ich schaue einfach selbst nach, welche Seiten zu dem Keyword auf den ersten Plätzen ranken. Auf welche Bedürfnisse sind diese zugeschnitten und welchen Content bieten sie an? So kann ich mir erschließen, welche Intention der Google-Algorithmus identifiziert hat und welchen Content er als am besten geeignet zur Beantwortung der Suchanfrage erachtet. Nun sollte ich ähnlich wie meine Mitbewerber herangehen, es aber doch besser machen und vor allem: einzigartig sein. Hier ist Kreativität gefragt. Nicht zuletzt sollte man immer daran denken, dass man Lösungen für den Kunden hat und nicht lediglich seine Produkte oder Dienstleistungen verkauft.

Fazit

SEO ist eigentlich kein Hexenwerk. Die notwendigen Schritte, welche man ergreifen muss, um eine gute und nachhaltige Suchmaschinenoptimierung zu betreiben, liegen eigentlich auf der Hand. Und doch ist effektive SEO so schwierig umzusetzen. Der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Es reicht nicht, nur die Grundregeln zu beherrschen. Stattdessen gilt es, sich von der Masse abzuheben. Wenn man sich nicht regelmäßig auf die eigentlichen Probleme der Zielgruppe zurückbesinnt und darauf, wie man diese mit seinen eigenen Stärken lösen kann, verzettelt man sich leicht in seinen Bemühungen.

Nehmen Sie sich daher regelmäßig die Zeit, über Ihr eigenes Angebot, Ihre Stärken und Ihre Zielgruppe mit ihren individuellen Problemen zu reflektieren. Entwickeln Sie dann erstklassigen Content, welcher die Zielgruppe perfekt zufriedenstellt und gleichzeitig auf die passenden Keywords optimiert ist, welche die Zielgruppe verwendet.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Beitrag einen umfangreichen Leitfaden an die Hand geben konnten, der Ihnen dabei hilft, Ihre eigene effektive und nachhaltige SEO-Strategie zu entwickeln. Wir wünschen gutes Gelingen bei der Umsetzung. Und lassen Sie doch gerne einen Kommentar da und teilen Sie diesen Beitrag, wenn er Ihnen gefallen hat.



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